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Das Effektbrett („Wang Thang“)



Die Soundzentrale (vorne links):

Der „SansAmp programmable Bass Driver DI“ ist eine kleine miese Wunderkiste, um es mit wenigen Worten vorneweg zusammenzufassen. Ohne ein Endorsement für Tech21 anstreben oder überheblich klingen zu wollen, muss ich Konzept und Ausführung dieses Teils meine höchste Anerkennung zollen (Ich hoffe, mein Ansinnen ist einigermaßen ’rübergekommen . Falls doch ein Anruf vom Hersteller kommen sollte – macht auch nix!).

Es handelt sich – wie der kompakte Name schon dezent andeutet – um eine Vorstufe mit programmierbaren Soundmöglichkeiten (drei an der Zahl), DI-Box und Verzerrer in einem. Das Ganze besitzt keine Röhre, kann aber ungefähr und in hoher Bandbreite so klingen, als hätte es eine! Ich als bisheriger „Nur-Clean-Aber-Gerne-Laut-Transistor-Sound-Spieler“ habe durch den Bassamp den Spaß am Verzerrtspielen gefunden – Mr. Entwistle lässt grüßen (aussem Bassistenhimmel, latürnich!). Die mögliche Soundvielfalt des Teils ist überwältigend, ich habe momentan drei Sounds in abgestufter Verzerrungsintensität programmiert: einen relativ cleanen mit etwas mehr Glanz und Wärme als mein reiner Amp-Sound, einen Crunch-Sound, der anzerrt, wenn ich etwas fester in die Drähte lange und einen etwas stärker verzerrten Sound, der untenrum richtig drückt. Die richtig „volle Zerr-Suppe“ habe ich nicht dabei, diese ist aber problemlos möglich. Im guten Owner’s Manual sind Einstellbeispiele, die bis zu Basssounds á la King’s X oder King Crimson reichen (bei ebenwelchen es dann so richtig Zerre auf die Löffel gibt!).

Schön ist: der bzw. die Vorstufen-Sounds können über die eingebaute DI an den Mixer geschickt werden, prinzipiell könnte ich also auch (entsprechendes Monitoring vorausgesetzt) nur mit meinem Effektköfferchen zum Gig kommen. Bei Festivals bzw. Spielen über Fremd-Bassanlagen lässt sich so auch in der Backline eher noch „der eigene Sound“ fahren. Bypass ist möglich, wenn man den Schalter des aktuellen Presets erneut drückt, so hat man dann als vierten Sound den reinen Ampklang, wenn man möchte.

Veränderungen an programmierten Sounds sind im Direktzugriff auf die Drehregler mal eben möglich, ein LED-Blinken zeigt anhand seiner Frequenz, wie nah oder weit man vom bislang eingestellten Wert weg ist. Wenn der Sound wie gewünscht eingestellt oder verändert ist, reicht ein Doppeltritt auf den entsprechenden Preset-Schalter, und schon isser programmiert. Zauberwerk!


Der Breitmacher (vorne Mitte):

Es handelt sich um den Standard Bass-Chorus von Boss (CE-2), der seine Arbeit bei mir seit nunmehr bestimmt 15 Jahren unspektakulär und ordentlich verrichtet. So soll’s doch eigentlich bei einem Chorus sein, oder?!? Setzt Octaver-Sounds gerne das Sahnehäubchen auf und wird vielleicht doch irgendwann mal durch etwas noch Amtlicheres (z.B. EBS) ersetzt. So geht’s unauffällig-zuverlässigen Arbeitnehmern fortgeschrittenen Alters doch heutzutage oft, oder?!


Die kleine Quarktasche (hinten [halb]rechts):

Ist ein AW-2 Auto-Wah von Boss und eigentlich ein Gitarrenmodell, d.h. es macht den Bass-Sound dünn. Im Wong-Bandgefüge benutze ich diesen Effekt selten, seit ich den Bassballs (s.u.) habe, aber in Duo-Geschichten („Doc Snyder vs. McAutumn“) habe ich damit eine interessante Soundvariante zur Verfügung, die hilfreich ist, Arrangements abwechslungsreicher zu gestalten.

 


Die große Quarktasche (vorne rechts):

Hier lässt der gute alte Bootsy Collins recht herzlich grüßen. Der Bassballs von Electro Harmonix (USA-Variante – gibt’s auch in Russland gebaut für ein paar Rubel weniger) beschneidet im Gegensatz zum Boss AW-2 (s.o.) die Bassfrequnzen nicht. Dabei macht er genau einen Sound, den aber gut! Naja – immerhin kann man die Sensitivity an einem Drehregler einstellen, und wer’s mag (ich nicht), kann mit Hilfe des Distortion-Schalters den Sound furzen lassen.


Der Fat Man (halboben halbrechts, also irgendwie mittendrin und schlecht bedienbar [s.u.]):

Der EBS-Octabass ist wohl einer der z.Zt. amtlichen Octaver (wenn nicht DER amtliche), würde ich mal sagen. Im Gegensatz zum guten alten Boss-OC2, den ich vorher benutzt habe, macht er nur eine Oktave unter dem Originalton (mal unter Klosterbrüdern: die zweite Suboktave ist beim Bass ja nicht wirklich einsetzbar, oder ...?), hat dafür aber ein Tracking, das dem alten Boss die Tränen in die Augen treibt (wie der neue, der auch polyphon funktionieren soll, ist, weiß ich nicht). Der EBS klingt super und funktioniert im Idealfall bis runter zum ‚G’ auf der E-Saite. Gerade in der Kombination mit dem Fretless (und gerne plus Chorus [s.o.]) mag man gar nicht mehr aufhören klingen zu wollen wie Pino Palladino (hach, wenn man nur auch so spielen könnte ...!).


Der Cheffe (oben links)

Beim „Cheffe“ handelt es sich um ein Boss PSM-5 „PowerSupply & Master Switch“, d.h. er versorgt die gesamte Armada mit Hilfe des zugehörigen Netzteils – und eines Verbindungskabels mit ganz vielen 9V-Steckerchen – brav mit ebenjenen 9V und dient auch noch als schaltbare Loop. Diese umfasst die folgenden, im folgenden in der folgenden Verschaltungsreihenfolge (ich hoffe, man kann noch folgen?!?) aufgeführten Geräte: EBS-Octabass, Electro Harmonix Bassballs, Boss AW-2 Auto-Wah, Boss CE-2 Chorus. Mittels des Master-Switches können also beliebige Kombinationen dieser Effekte vorgewählt und auf einen Tritt an- und auch wieder ausgeschaltet werden. Der Loop nachgeschaltet ist der Sans-Amp, vorgeschaltet lediglich mein kleines, wunderbares Korg-Boden-Stimmgerät (s.u.).



Der Stimmungsmacher (rechts neben dem Koffer)

Nachdem mein schöner Racktuner (s. auch Abteilung „Amps“) aufgrund von Defekten in der Amp-Abteilung und nachfolgenden Verschaltungsproblemen z.Zt. nicht zum Zuge kommt und das Rack bei kleineren Gigs („halfplugged“ heißt das, wie der WONG-kundige Leser weiß) sowieso nicht dabei ist, musste ein schöner Bodentuner her – und das ist der Korg DT-10. Da der Herr Noll das gleiche Modell bereits vor mir einige Zeit sehr zufrieden benutzt hat, wusste ich sofort, was ich diesbezüglich haben wollte.

Der Korg zeigt auf der Bühne zuverlässig ablesbar an, der Ausgang wird bei Betätigung des Fußschalters stummgeschaltet, robuste Ausführung im Metallgehäuse, und: der Bursche sieht auch noch gut aus. That’s it!


Die Verkabelung

Für die Bässe nur das Bässte (HuaHua): nachdem ich mit den üblichen Effekt-Patchkabeln ständig Ärger mit Wackelkontakten hatte, habe ich mich entschieden, die Verkabelung komplett mit Planet- Waves- Kabeln auszuführen („Aua!“, sagte das Portmonee! [Schreibweise kein Scheiß – Rechtschreibreform!!]). Das bedeutet: vergoldete Stecker, die man aufgrund irgendeiner mechanischen Vorrichtung nur mit etwas Kraftaufwand in eine Buchse rein resp. wieder hinausbekommt, alles in Heavy-Duty-Ausführung. Seitdem kein Ärger mehr (toitoitoi!), es sei denn, ich komme beim Fußschalten an den Distortion-Switch des Bassballs (Senk-Spreiz-Knick-Platt-Füße und zu wenig Platz im Case!), trete ihn, ohne es zu merken, halb rein und wundere mich dann, dass kein Ton mehr kommt! Schon passiert, ehrlich (Estival ’05)!

Der Koffer

Standard-Koffer-Case von Musik-Produktiv, zu Secret-Affairs-Zeiten erworben und mit Hilfe von Herrn Stefan Klein umgebaut (ich: zwei linke Hände [ideal für Tapping] und zehn Daumen [super beim Slappen], die das Heimwerken nicht wirklich zu einer meiner Stärken werden lassen [wenngleich ich mit den Jahren, also mittlerweile, selbst darin etwas versierter geworden bin]).

Und das haben wir (bzw. Stefan) gemacht: Normalscharniere raus, Aushängescharniere rein, vier Gummifüße ’drunter, außen ’ne Buchse für ein 220V-Kabel, innen einen simplen 220V-Zweifachstecker (eigentlich ja auch eine Buchse, wenn man es genau nimmt).

Zwei Lagen Schaumstoff sorgen mit entsprechenden Ausschnitten (hab ich ganz alleine gemacht!) dafür, dass die 9V-Stromversorgung subterran läuft und die Treter gegen seitliches Verrutschen gesichert sind. Roadtauglichkeit der ganzen Geschichte: 1A! Und da mit Deckel drauf alle notwendigen Kabel und auch der Tuner Platz finden, haben wir hier also sozusagen Bassmann’s Schweizer Offiziersmesser für den Einsatz auf der Bühne und im Proberaum (im Studio funktioniert’s anders mit der Sound- und Effektabteilung, aber das ist eine andere Geschichte ...).

Mittlerweile herrscht leider Platzmangel im Köfferle (s.o.), weshalb ich auf Dauer wohl eine andere Lösung anstreben muss. Für die aktuelle Belegung des Platzes hätte ich fast ein Logistik-Unternehmen beauftragen müssen, wenn mich diesbezüglich zuletzt nicht doch noch die Muse geküsst hätte (naja!).